IOS-NEWSLETTER 
Forschung, Veranstaltungen, Publikationen

Seminarreihe des Arbeitsbereichs Ökonomie am IOS

Zeit: Dienstag, 13.30–15.00 Uhr
Ort: Leibniz-Institut für Ost-und Südosteuropaforschung (IOS); vorerst online via Zoom, Link wird mit den Einladungen verschickt!
Programm

Forschungslabor: „Geschichte und Sozialanthropologie Südost‐ und Osteuropas“

Zeit: Donnerstag, 14–16 Uhr (Lehrstuhl) oder 16–18 Uhr (Graduiertenschule und Leibniz-WissenschaftsCampus)
Ort: WiOS, Landshuter Str. 4 (Raum 017)
Programm

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Leibniz
27. November 2020
Lectures

Südosteuropa – eine „deutsche Erfindung“? Vorträge zum Jubiläum 90 Jahre Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung

Festvorträge von Diana Mishkova und Wolfgang Höpken zur Geschichte der Südosteuropaforschung.

Datum: Freitag, 27. November 2020
Zeit: 14 bis 16 Uhr
Ort: online / via Zoom (Meeting-ID: 876 2752 9876 Kenncode: 347395)
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Plakat

Grußwort – Ulf Brunnbauer (IOS Regensburg)
Vortrag – Diana Mishkova (Sofia): „From Völkerpsychologie to New Area Studies: Trajectories of Südost(europa)forschung”
Vortrag – Wolfgang Höpken (Leipzig): „Indienstnahme, Selbstmobilisierung, Verwissenschaftlichung: Die deutsche Südosteuropaforschung im Wandel der politischen Ordnungen“

Am 28. November 1930 wurde in München das Südost-Institut eröffnet. Das Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung (IOS) in Regensburg ist die Nachfolgeeinrichtung des Südost-Instituts. 90 Jahre später erinnert das IOS an seinen Geburtsmoment. Inhaltlicher Schwerpunkt der Festveranstaltung ist die Geschichte der Südosteuropaforschung in Deutschland, für die das Südost-Institut und seine Entwicklung exemplarisch stehen.


30. November 2020
Lectures

L‘Autre Amérique. Die europäische Wahrnehmung Québecs und des quebecer Separatismus als Alternative zu US-Amerika

Ein Vortrag von Dagmar Schmelzer (Universität Regensburg) im Rahmen der Ringvorlesung des Leibniz-WissenschaftsCampus "Europa und Amerika" und des CITAS "Special Relations Revisited: Europa und die USA seit dem 19. Jahrhundert".
Datum
: Montag, 30. November 2020
Zeit: 18.15 Uhr
Ort: online / via ZOOM  (https://uni-regensburg.zoom.us/j/85892790976, Meeting ID: 858 9279 0976)
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Plakat

Zum Vortragsinhalt:
Die frankophonen Kanadier, canadiens français, definierten ihre Identität von jeher kämpferisch, im Gestus der Selbstbehauptung eines „petit peuple“ gegenüber den Weiten des amerikanischen Kontinents – und dies naturräumlich wie kulturräumlich, in Konkurrenz zur anglophonen Übermacht im Süden. Die Konfliktlinie frankophon/anglophon bestimmte dabei historisch nicht nur die Abfolge der kolonialen Abhängigkeiten und später die quebecer Politik im Inneren der Provinz und gegenüber Kanada, sondern auch die Frontstellung gegenüber dem U.S.-Einfluss, zumal die Grenze zu den Vereinigten Staaten sich in mancherlei Hinsicht als permeabel erwies. Setzten die Quebecer als „français améliorés“ (Lionel Groulx/Duplessis) dabei traditionell durchaus auf ihr französisches Kulturerbe, ihre „francité“, positionierten sie sich in Einforderung ihrer „américanité“ zunehmend auch als „l’autre Amérique“, ein Amerika, das z.B. in Sachen Sozialpartnerschaft und Wohlfahrtsstaat eigene Standards bevorzugt und auf ein verschiedene Einflüsse und Vorbilder amalgamierendes „modèle québécois“ (Dupuis) als Alternative setzt.
Speziell in den „années 68“, in denen im Zuge von Wertewandel und Protestbewegungen in Québec auch separatistische Stimmen lauter wurden, ist die transnational ausgerichtete, spannungsreiche Selbstpositionierung der Identitätsdiskurse auffallend. Auf der Weltausstellung 1967 in Montréal gibt sich Québec ein welt- und zukunftsoffenes Bild. Viele der Nationalisten, die die Unabhängigkeit der Provinz einfordern, schließen an tiersmondistische und kapitalismus- und damit auch U.S.-kritische Identifikationsmuster an und suchen in transnationalen linken Befreiungsbewegungen Anschluss. Besonders kontrovers, aber auch besonders plakativ, ist Pierre Vallières Bild der Quebecer als „nègres blancs de l’Amérique“, mit dem er im Kampf gegen die soziale Benachteiligung des frankophonen Proletariats den Schulterschluss zur Black-Panther-Bewegung sucht.
Der Vortrag stellt einerseits anhand verschiedener Beispiele dar, wie die quebecer Identitätsbestimmungen in einem transnationalen und transatlantischen Spannungsfeld, zwischen Europa, Francophonie, Drittweltismus und anglophonem Amerika stehen und geht andererseits der Frage nach, ob und wie diese Identität in Frankreich und Deutschland als „anders“ und eigen wahrgenommen wurde.

Zur Person:
Dagmar Schmelzer ist Privatdozentin – Akademische Oberrätin am Institut für Romanistik der Universität Regensburg. Zu ihren Forschungsinteressen gehören Intermedialität, Reisebericht und Autobiographie sowie die spanische und französische Literatur und Kultur seit dem 19. Jahrhundert.

Kooperationspartner: Leibniz-WissenschaftsCampus Regensburg Europa und Amerika in der modernen Welt sowie das Center for International and Transnational Area Studies (CITAS) der Universität Regensburg


1. December 2020
Lectures

Who Profits from Oil Windfalls in Russian Regions? Inequality, Decentralized Tax Revenues, and Corruption

Ein Vortrag von Michael Alexeev (Indiana University) im Rahmen der Seminarreihe des AB Ökonomie am IOS.
Datum: 1. Dezember 2020
Zeit: 15.30 Uhr!
Ort: Online via Zoom, Link wird mit den Einladungen verschickt!

We investigate the relationship between oil windfalls and income inequality using the 2005-2018 panel on the Russian regions. Previous literature has studied this issue in a cross-country setting and used an aggregate measure of oil rents, producing contradictory findings. We contribute to the literature by examining income inequality within Russia – one of the resource-richest and most unequal countries in the world – focusing exclusively on the oil rents that accrue to the regional governments. We first look at the 2005-2012 period when oil tax revenues were shared with the regional governments. We find that in the regions with more intense rent-seeking as measured by registered cases of bribery and embezzlement, the plausibly exogenous increase in tax revenue due to an increase in international oil prices disproportionately benefited the richest quintile of the population and increased income inequality. We also find that positive oil price shocks combined with increased rent-seeking reduced the share of labor income in the region but increased the income share from unidentified sources, which are traditionally associated with corruption. However, after the Russian government discontinued oil tax revenue sharing with regional governments, oil price shocks ceased to affect regional income inequality. Our main findings suggest that rent-seeking plays a crucial mediating role in the interaction between oil windfalls and income inequality with important implications for policies on taxing natural resources and redistribution.


3. December 2020
Lectures

Vorbei mit dem sonnigen Georgien! Kolonialität in Romanen über Georgien nach 1991

Ein Vortrag von Mirja Lecke im Rahmen des Forschungslabors „Geschichte und Sozialanthropologie Südost‐ und Osteuropas“.
Datum: Donnerstag, 3. Dezember 2020
Zeit: 16.15 Uhr
Ort: online / via ZOOM  (https://uni-regensburg.zoom.us/j/95399378150, Meeting-ID: 953 9937 8150)
Plakat

Zum Vortragsinhalt: Im Vortrag werden koloniale Konstellationen in literarischen Texten über und aus Georgien untersucht. Auf Grundlage von methodischen Ansätzen von Walter Mignolo, Cristina Șandru und Madina Tlostanova werden drei Romane analysiert. „Die Reise nach Karabach“ (1992) des Georgiers Aka Morchiladze, „Der Russophone” vom russischen Schriftsteller Denis Gucko (2005) und der deutschsprachige Bestseller „Das achte Leben. Für Brilka” (2014) von Nino Haratischwili. Alle drei Texte zeigen, was Mignolo „Kolonialität“ nennt, wenngleich auf sehr unterschiedliche Weise. In ihnen überlappen und durchdringen sich verschiedene koloniale, fremde Blicke auf Georgien.

Zur Person:
Mirja Lecke ist seit April 2020 Professorin für Slavische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Universität Regensburg. Ihre Forschungsinteressen sind russische Literatur der imperialen und postsowjetischen Periode in postkolonialer Perspektive, insbesondere russisch-georgische, russisch-polnische und ukrainisch-polnische Verflechtungen in der Literatur.

Kooperationspartner: Leibniz-WissenschaftsCampus Regensburg Europa und Amerika in der modernen Welt sowie die Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien


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